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Der zehnjährige Peter Zsoldos ist Weimars erster Landesmeister seit Jahren 

( Thüringer Allgemeine vom 05.06.2010 )

Unter vielen starken Leistungen der Weimarer Kanuten beim Landesmeisterschafts-Finale in Sömmerda ragte eine heraus: Der zehnjährige Peter Zsoldos holte sich ganz eiskalt den Titel einer höheren Altersklasse. Setzt hier ein Ausnahmetalent seine ersten Marken?

Diese vier Stunden sind für ihn das Größte: Zwei Mal pro Woche kommt Peter Zsoldos aus Weimar herunter nach Ehringsdorf, zum Bootshaus an der Walkmühle, und saust in seinem blauen Kanu die Ilm hoch und runter. "Wenn ich ihm dienstags nach einem Wettkampf mal trainingsfrei gebe und er nicht fahren kann, ist das für ihn das Härteste", lacht Ralf Seidel. Der Trainer des KGC Weimar weiß genau, was er an dem schmächtigen Zehnjährigen hat: einen Glücksfall. Die seltene Kombination aus Naturtalent, fanatischem Trainingseifer und Ehrgeiz. Spätestens seit Samstag voriger Woche hat er den Beweis schwarz auf weiß: Im Unstrut-Kanal bei Sömmerda fuhr Peter im Finale der Kanuslalom-Landesmeisterschaft zum Tagessieg bei den Schülern B und holte sich damit in der Gesamtwertung den Titel. Bemerkenswert ist nicht nur, dass ihm das als erstem Weimarer seit Jahren gelang, sondern dass er mit seinen zehn Jahren eigentlich noch bei den Schülern C fahren dürfte. Er gewann die Landesmeisterschaft also gegen teilweise drei Jahre ältere und entsprechend kräftiger gebaute Konkurrenten. Ihren Anfang nahm diese Geschichte, als Peters Oma, aktiv in einem Kanu-Club in Naumburg, den Enkel zu einem Ausflug auf die Saale einlud. Eigentlich sollte der Kleine nur mit im Faltboot sitzen und zuschauen, aber er wollte unbedingt auch mal paddeln. Als wenig später seine Mutter als Lehrerin mit einer Klasse zur Abschlussfeier im Ehringsdorfer Bootshaus gastierte, fragte sie bei Ralf Seidel nach. "Wenn der Junge schwimmen kann, ist er herzlich willkommen", lautete die Antwort. Kurz darauf saß Peter zum ersten Mal in einem Sport-Kanu und ließ sich von Bernd Helmbold über die Ilm befördern. Am Anfang fand er das nicht besonders interessant, "aber meine Mutti sagte, wenn man was anfängt, bringt man es auch zu Ende", erzählt er. Es dauerte ein Jahr, bis er beim Schüler-Wettkampf in Weimar und kurz darauf in Fürth auf Anhieb in die vorderen Ränge seiner Klasse fuhr. "Da habe ich gemerkt, wie toll Kanufahren wirklich ist." Fußball in Oberweimar zu spielen wie die meisten seiner Klassenkameraden war plötzlich für ihn kein Thema mehr. Peter

"Wichtig ist, ob sich jemand in der Gruppe zurechtfindet", sagt Ralf Seidel. "Wir sind ja eine recht verschworene Gemeinschaft. Und das funktionierte bei Peter perfekt, den haben alle gleich ins Herz geschlossen." Der Eifer des Jungen spornte selbst alte Hasen noch einmal an: Kay Günther etwa fuhr besonders sauber, wenn Peter ihn beobachtete und steigerte damit seine eigene Leistung so sehr, dass er in die höhere Klasse aufstieg. Peter gilt als Draufgänger, der sich von Rückschlägen nicht stoppen lässt. "Wenn er ins Wasser fällt, steigt er eben aus uns sagt: Das muss ich gleich noch mal probieren", erzählt Seidel. Demnächst übt der Zehnjährige mit den anderen KGC-Küken Rosa Bloßfeld und Max Hanke in einem eigens dafür angeschafften Vier-Meter-Bassin die "Eskimo-Rolle", also das Wiederaufstellen des Bootes, ohne auszusteigen noch in diesem Jahr wollen alle drei das beherrschen. Die Frage, welchen Weg ein solches Talent nehmen soll, stellt sich vorerst noch nicht. Peter fühlt sich beim KGC pudelwohl, ab August geht er auf das Goethe-Gymnasium alles im Lot. "Wenn er mal wirklich weiterkommen will, können wir ihm die Möglichkeiten nicht bieten", weiß Seidel. "Das nächstgelegene Leistungszentrum wäre in Leipzig." Vorerst freuen sich beide auf den nächsten großen Wettkampf: die Deutsche Bestenermittlung der Schüler B am 19. Juni auf der Erft in Neuss.

 

Michael Grübner / 05.06.10 / ta